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07.06.2011

Funktionen - Umkehrfunktion

Wir gehen von der allerseits bekannten Notenberechnung aus. Bei einem Punktemaximum von 24 berechnet sich die Note wie folgt. \[ \text{Note}=1+5\frac{\text{erreichte Punkte}}{\text{Punktemaximum}} \] abgekürzt \[ N=1+5\frac{P}{24} \] Der entsprechende Graph sieht folgenderemassen aus.
Und genau so schaut ihn der Schüler in der ersten Schuljahreshälfte auch an, das heisst, er schreibt einen Test, erhält dafür 17 Punkte, und liest die Note ab - 4.5, wunderbar. Bei einigen ändert, vor allem gegen Schuljahresende, die Perspektive. Plötzlich heisst es dann: im nächsten Test brauche ich unbedingt eine 4.5, sonst bestehe ich das Jahr nicht - wie viele Punkte muss ich erreichen? Der Schüler schaut in dieser Phase den Graph also von links und nicht mehr von unten an.
Für den Schüler ist die Note jetzt die unabhängige und die Punktzahl die abhängige Variable. Auch in seiner horizontalen Lage sieht er natürlich ein Koordinatensystem, nur ist die Achsenbeschriftung nun "irgendwie verkehrt" - für grössere Noten muss er sich nach links wenden, für kleinere nach rechts. Und da diese Sichtweise etwas ungewohnt ist, entscheidet sich der Schüler, das Koordinatensystem wieder auf die übliche Art und Weise zu zeichnen. Das sieht dann wie folgt aus.
Damit haben wir ausgehend von einer ersten Funktion ihre Umkehrfunktion gezeichnet. Vielleicht kann man sich schon mal überlegen, durch welche Abbildung (Verschiebung, Streckung, Spiegelung) die Umkehrfunktion geometrisch aus der Funktion hervorgeht.

Man kann sich auch den Definitions- und Wertebereich der beiden Funktionen anschauen.

DefinitionsbereichWertebereich
Funktion\(0\le \text{Punkte}\le 24\)\(1\le \text{Note}\le 6\)
Umkehrfunktion\(1\le \text{Note}\le 6\)\(0\le \text{Punkte}\le 24\)


Das Beispiel lässt vermuten, dass die Umkehrfunktion folgendermassen berechnet wird.
  1. Funktion nach x auflösen
  2. x und y vertauschen
Wir machen ein Beispiel. \[ y=\frac{1}{x}+2 \] \[ \frac{1}{x}=y-2 \] \[ x=\frac{1}{y-2} \] \[ \bar{y}=\frac{1}{x-2} \] Beachten Sie, wie die Umkehrfunktion bezeichnet wird (\(\bar{y}\)).

Hier der Graph



Die folgende Tabelle zeigt ein paar Gesetzmässigkeiten.

Definitionsbereich Wertebereich Pol waagerechte Asymptote
\(y\) \(x \in \mathbf{R} \backslash x=0\) \(y \in \mathbf{R} \backslash y=2\) \(x=0\) \(y=2\)
\(\bar{y}\) \(x \in \mathbf{R} \backslash x=2\) \(y \in \mathbf{R} \backslash y=0\) \(x=2\) \(y=0\)


Beachten Sie, dass Definitions- und Wertebereiche vertauscht sind, ebenso Pole und waagerechte Asymptoten.

Weiter ist feststellbar, dass Funktion und Umkehrfunktion spiegelbildlich zur 1. Winkelhalbierenden \(y=x\) liegen.

Es ist auch offensichtlich, dass die Umkehrfunktion der Umkehrfunktion wieder die Funktion ergibt. Die folgende Rechnung bestätigt dies. \[ y=\frac{1}{x-2} \] \[ (x-2)y=1 \] \[ x-2=\frac{1}{y} \] \[ x=\frac{1}{y}+2 \] \[ \bar{\bar{y}}=\frac{1}{x}+2=y \] Es gibt Funktionen, deren Umkehrfunktion gleich der Funktion ist. Das einfachste Beispiel ist \(y=x\). Und die folgende Rechnung zeigt das gleiche. \[ y=\frac{1}{x} \] \[ x=\frac{1}{y} \] \[ \bar{y}=\frac{1}{x}=y \] Nur Funktionen sind umkehrbar. \(x=10\) ist keine Funktion, und daher nicht umkehrbar. Und dies, obwohl der Graph von \(x=10\) von der y-Achse aus betrachtet wie eine Funktion aussieht.

Und dann gibt es noch Funktionen, die nur umkehrbar sind, wenn man ihren Definitionsbereich einschränkt. Sie sind also nur auf gewissen Intervallen umkehrbar. Das einfachste Beispiel ist \(y=x^2\).
Von der x-Achse aus betrachtet, haben wir es hier natürlich mit einer Funktion zu tun (jedem x-Wert ist ein und nur ein y-Wert zugeordnet). Wenn wir den Graph aber von der y-Achse aus anschauen, ist es keine Funktion mehr (es gibt y- Werte, denen mehr als ein (nämlich 2) x-Werte zugeordnet sind).

Wir können aber die Umkehrfunktion bilden, wenn wir den Definitionsbereich einschränken, z.B. \(0\le x \le 4\). Wir kehren also nur einen "Ast" der Funktion um. \[ y=x^2 \] \[ x=+\sqrt{y} \] \[ \bar{y}=+\sqrt{x} \]
Auch hier beachte man, wie Definitions- und Wertebereich ihre Rollen tauschen. Entsprechend könnte man natürlich den blauen Ast umkehren.

19.05.2011

Funktionsparameter

Funktionsparameter heute anhand der Wurzelfunktionen.
Immer wieder wird die Bedeutung der Funktionsparameter vergessen.
Die allgemeine Wurzelfunktionsgleichung lautet
a bewirkt eine Streckung/Stauchung in vertikaler Richtung.
a bewirkt bei negativem Vorzeichen auch eine Spiegelung an der x-Achse.
b bewirkt eine Steckung/Stauchung in horizontaler Richtung.
b bewirkt bei negativem Vorzeichen auch eine Spiegelung an der y-Achse.
c bewirkt eine Verschiebung in horizontaler Richtung.
d bewirkt eine Veschiebung in vertikaler Richtung.
Ich kann Wurzel aus b auch ausklammern, dann bewirkt es eine Streckung in vertikaler Richtung.

Nun das Beispiel

-2: Der Graph der Funktion "Wurzel aus x" wird an der x-Achse gespiegelt.
-2: Der Graph der Funktion "Wurzel aus x" wird vertikal mit dem Faktor 2 gestreckt.
-5: Der Graph wird um 5 nach unten verschoben.
3: Der Graph wird horizontal mit dem Faktor 1/3 gestaucht.
4: Der Graph wird um 4/3 nach links verschoben.

Schwierigkeiten bereitet immer der Term unter der Wurzel.
Überlegen wir wie folgt.

Und nochmals das gleiche mit einem anderen Wert.
So sollten Stauchungsfaktor und Verschiebungswert klar sein.
Man könnte das Problem auch wie folgt angehen.


Wir können also auch von einer vertikalen Streckung reden. Faktor "2 mal Wurzel 3".
Die Verschiebung nach links ist 4/3.

Hin und wieder soll man den Graph schrittweise skizzieren. Das sieht wie folgt aus.
Wichtig ist, dass man sich hier an die korrekte Reihenfolge hält (oben mehr oder weniger im Gegenuhrzeigersinn, angefangen mit schwarz).

Ich mache jetzt noch ein Schaubild der Ausklammermethode - nur um zu zeigen, dass das Schlussresultat identisch ist.

Funktionsgleichung - trigonometrische Funktion

Hin und wieder ist ein Funktionsgraph gegeben, und wir müssen die Funktionsgleichung bestimmen.
Hier ein Beispiel.
Es handle sich um eine Sinuskurve.
Es sind die Parameter folgender Funktionsgleichung zu bestimmen.
Parameter a ist offensichtlich: a = 2.
Parameter d ist offensichtlich: b = -4.
Schwieriger ist die Bestimmung der Parameter b und c.
b hat mit der Periodenlänge zu tun.
c hat mit der horizontalen Verschiebung zu tun.

Eine mögliche Methode

Gut ablesbare Punkte finden (hier offensichtlich die Punkte A und B).
Den Bogen nach unten zwischen A und B macht der gewöhnliche Sinus zwischen pi und 2pi.
Also macht meine "Maschine" bx + c aus 0.71 den Wert pi und berechnet davon den Sinus (0).
Also macht meine "Maschine" bx + c aus 1.76 den Wert 2pi und berechnet davon den Sinus (0).
So kann ich ein Gleichungssystem mit zwei Unbekannten aufstellen.


Dies alles mit einer übertriebenen Genauigkeit.
Die Funktionsgleichung lautet also
Und dies ist korrekt.

Extremwertaufgabe

A/245/934

Zwei Lichtquellen L1 und L2 mit den Lichtstärken i1 = 12 cd (Candela) und i2 = 21 cd liegen in einer Entfernung von 4.50 m auseinander.
Wie weit ist der am schwächsten beleuchtete Punkt zwischen den Lichtquellen von der schwächeren Lichtquelle entfernt?
Anmerkung: Die Beleuchtungsstärke ist proportional der Lichtstärke und indirekt proportional dem Quadrat der Entfernung.

Lösung
Sei B die Beleuchtungsstärke.
Sei x der Abstand des gesuchten Punktes von L1.

Die Beleuchtungsstärken der beiden Lichtquellen addieren sich logischereweise.
Der Proportionalitätsfaktor k kann weggelassen werden, denn er bewirkt eine vertikale Streckung der Kurve. Damit wird der x-Wert des Minimums nicht beeinflusst.

Hier der Graph


Der gesuchte Abstand ist somit 2.04 cm.


Bemerkung


Ich bin hier nicht streng nach dem folgenden Verfahren vorgegangen
  1. Hauptbedingung aufstellen
  2. Nebenbedingung aufstellen
  3. Nebenbedingung in Hauptbedingung
sondern habe direkt die Formel mit nur einer unabhängigen Variablen hingeschrieben.

Sonst würde es heissen

Das Minimum ermitteln wir übrigens graphisch mit unserem Taschenrechner.

18.05.2011

Funktionen - Arten

Sicher mit Funktionen umgehen können, ist eines der grossen Ziele, die wir in der Mathematik verfolgen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Funktionsarten.

Lineare Funktionen
Hier die allgemeine Funktionsgleichung und ein Beispiel:
Der Parameter a gibt die Steigung der Geraden an.
Der Parameter b gibt den y-Achsenschnittpunkt an.
Der Funktionsgraph sieht wie folgt aus.

Quadratische Funktionen
Hier zuerst die allgemeinen Funktionsgleichungen, und zwar der Reihe nach
  1. Die Grundform
  2. Die Scheitelform
  3. Die Produktform
Der Parameter a gibt den Grad der Öffnung der Parabel an (nach oben, nach unten).
Der Parameter c gibt den y-Achsenschnittpunkt an.
Der Parameter m gibt den x-Wert des Scheitelpunktes an.
Der Parameter n gibt den y-Wert des Scheitelpunktes an.
Die Parameter r und s geben die Nullstellen an.
Die Gleichungen können ineinander umgewandelt werden (ausmultiplizieren - quadratische Ergänzung - Bestimmung der Nullstellen).

Hier ein konkretes Beispiel.
 Der Funktionsgraph sieht wie folgt aus.

Potenzfunktionen
 Hier zuerst wieder die allgemeine Funktionsgleichung.
Der Parameter a gibt Auskunft über die Steilheit des Graphen.
Der Parameter d gibt Auskunft über die vertikale Verschiebung des Graphen.
Entscheidend ist auch der Parameter n (gerade oder ungerade).
Hier zwei konkrete Beispiele.
Der Funktionsgraph sieht wie folgt aus.


Rationale Funktionen
Wir studieren rationale Funktionen von der folgenden allgemeinen Form.
Der Parameter a informiert uns über die Streckung/Stauchung in vertikaler Richtung (gegenüber der Normalform).
Der Parameter b informiert uns über die Streckung/Stauchung in horizontaler Richtung (gegenüber der Normalform).
Der Parameter c informiert uns über die Verschiebung in horizontaler Richtung (wie viel?) (gegenüber der Normalform).
Der Parameter d informiert uns über die Verschiebung in vertikaler Richtung (gegenüber der Normalform).
Der Nenner informiert uns über die Polstelle(n).
d informiert uns über die horizontale Asymptote.

Hier ein einfaches Beispiel.
Hier der Funktionsgraph.

Wurzelfunktionen
Hier nur noch die Normalform als Graph.

Exponentialfunktionen
Hier nur noch die Normalform als Graph.


Logarithmusfunktionen
Hier nur noch die Normalform als Graph.


Trigonometrische Funktionen
Dazu verweise ich auf ein anderes Post.

17.05.2011

Quadratische Ergänzung

Die quadratische Ergänzung ist ein Verfahren, das wir in zwei Fällen benutzen:
  • Beim Lösen quadratischer Gleichungen
  • Bei der Bestimmung der Scheitelpunktsgleichung quadratischer Funktionen
Lösen einer quadratischen Gleichung (allgemein)
  
Wer diese Formel auswendig kennt, hat seine Arbeit für alle Zukunft gemacht. Wer sie nicht kennt, muss die Herleitung halt in jedem konkreten Fall wieder neu machen. Wir mussten sie früher auswendig hinschreiben können. Wir hatten aber auch mehr Zeit und im Internat viel mehr Studium. Auch waren wir weniger abgelenkt - durch Dinge wie iPhones, Blogs, Facebook ...

Lösen eines konkreten Beispiels
Am meisten Mühe bereitet jeweils der Schritt von der zweiten zur dritten Zeile (die Hälfte von 2 nehmen und hinten das Quadrat davon abzählen). Wenn man das Binom zur Kontrolle wieder ausmultipliziert, stellt man fest, dass sich der Wert der linken Seite der Gleichung nicht geändert hat.

Ein weiteres Beispiel

Quadratische Ergänzung bei quadratischen Funktionen allgemein
Die Grundform (1. Zeile) informiert uns über den Öffnungsgrad der Parabel (hier 0.5 - eher weit offen) und über den y-Achsen-Schnittpunkt (hier 5.5 - x gleich null setzen).
Die quadratische Ergänzung liefert die Scheitelpunktsform, die uns über den Scheitelpunkt informiert (hier x = 3 und y = 1)

Hier noch das Schaubild, wie es der Taschenrechner (TI 89) liefert:

Hier die allgemeine Entwicklung der Scheitelpunktsform
Auch hier können die Koordinaten des Scheitelpunktes abgelesen werden.

Interessant wäre jetzt zu untersuchen, wie sich eine Änderung der Parameter a, b und c auf die Lage des Scheitelpunktes auswirken.

Dies dann ein anderes Mal.



14.05.2011

Funktionen - Trigonometrische

Hier kannst du mit den Funktions Parametern experimentieren.
Die Frage ist jeweils:
  • Handelt es sich um eine Verschiebung (in welche Richtung?)
  • Handelt es sich um eine Streckung/Stauchung (von welcher Achse aus und mit welchem Faktor?)
  • Handelt es sich um eine Spiegelung (an welcher Achse?)

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